Society for the Promotion of the Egyptian Museum Berlin

Exhibitions Archive

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Berlin / Germany
China und Ägypten. Wiegen der Welt.
Eine Ausstellung im Neuen Museum, Museumsinsel Berlin

Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Staatliche Museen zu Berlin
2017-07-06 - 2017-12-03


Am 5. Juli 2017 wurde die Ausstellung „China & Ägypten“ feierlich im Neuen Museum eröffnet. In dieser Ausstellung treffen zum ersten Mal archäologische Objekte aus dem Reich der Mitte mit vergleichbaren Funden aus dem Alten Ägypten aufeinander. „China & Ägypten“ zeichnet die kulturelle Entwicklung beider Regionen nach, in denen die Grundlagen großer Zivilisationen gelegt worden sind. Obwohl es keinen direkten Kontakt zwischen dem Alten China und dem Alten Ägypten gab, treten neben Unterschieden auch überraschend viele Gemeinsamkeiten zu Tage. Jedes der gezeigten Objekte präsentiert auf der einen Seite seine eigene Geschichte innerhalb des ihm eigenen Kulturhorizontes und wird andererseits mit Objekten der anderen Kultur in Beziehung gesetzt. Die Ausstellung erzählt diese Geschichten anhand von fünf Themengebieten.

Lebenswelten
Der menschliche Alltag will in allen Kulturen — überall auf der Welt und zu allen Zeiten — bewältigt und gemeistert werden und gleicht sich in den Grundbedürfnissen. Daher verwundert es keineswegs, dass auch Kulturen, die weit voneinander entfernt ihren Weg der Zivilisation beschritten haben, zu ähnlichen oder vergleichbaren Lösungen gefunden haben. Wie sah der Alltag im Alten Ägypten und im Alten China aus? Statuen, Schmuck, Keramik, Musikinstrumenten und weiteren Objekte aus dem Bereich der Wohnwelten geben den Besuchern einen Einblick in das Leben der Menschen in beiden Kulturen und zeigen, wie ähnlich sich das Leben damals und heute abspielt.

Schrift
Mit der Einführung von Ackerbau und Viehzucht und dem Entstehen größerer Siedlungen sowie einer arbeitsteiligen, hierarchisch gegliederten Gesellschaft entwickelte sich meist auch ein intensiver Warenaustausch. Handel und Warentransport waren es, die der Menschheit die ersten Schriftkulturen beschert haben, denn ohne eine Zählung und Benennung der Güter konnten komplexere Wirtschaftssysteme nicht existieren. In Ägypten und China haben sich die Schriftformen über bildhafte Zeichen und abstrahierte Piktogramme entwickelt und dabei anfänglich erstaunlich ähnliche Lösungen gefunden. Zu den frühesten Schriftzeugnissen aus China zählen Bambusstreifen und in Knochen zumeist von Rindern und Schildkrötenpanzer eingeritzte Piktogramme aus der Zeit um 1200 v. Chr. — die sogenannten Orakelknochen. Den chinesischen Schriftbeispielen werden hieroglyphische Zeugnisse aus dem Alten Ägypten gegenübergestellt. So beispielsweise winzige Textfragmente bis hin zu dem überdimensionalen Türsturz mit Namen und Titulatur des Pharao Ramses II.


Totenkult
Vom Totenkult in beiden Gesellschaften, von Riten und Bestattungsbräuchen, berichten kostbare Grabbeigaben, die dem Weiterleben nach dem Tod dienten. Während in Ägypten die Mumifizierung den Erhalt des Körpers garantierte und man in ein elysisches Jenseits eintrat, spielte für die Chinesen die Aufnahme in die Reihe der Ahnen eine herausragende Rolle. Auch hier bedeckte man den Körper mit schützenden Amuletten und Jade-Auflagen — bis hin zu ganzen Jadegewändern —, die ebenfalls den Schutz des Toten gewährleisten sollten. Als spektakulärer Höhepunkt der Ausstellung wird erstmalig in Deutschland ein Jadegewand mit einer reich bemalten Mumienhülle aus dem Alten Ägypten in Beziehung gesetzt.

Glaubenswelten
Die Entwicklung der menschlichen Zivilisation ist untrennbar mit dem Phänomen religiöser Vorstellungen und Praktiken verbunden. Sowohl in China als auch in Ägypten haben sich zahlreiche verschiedene religiöse Vorstellungen entwickelt, wobei Ägypten schon von den Alten Griechen als das Land bezeichnet wurde, in dem „die Götter wohnen“. Kaum eine Kultur hat sich so in einer göttlich durchdrungenen Welt heimisch gefühlt wie die altägyptische. Die Alten Chinesen verehrten neben einer Vielzahl von Naturgewalten vor allem die verstorbenen Ahnen. Die Grenzen zwischen der irdischen und der göttlichen Welt verschwammen. Zusammen mit ägyptischen Statuen und Stelen zeigt die Ausstellung verschiedene Götterwelten, Kulte und religiösen Verehrungsformen.

Herrschaft & Verwaltung
Komplexe Gesellschaften verlangen immer nach einer ordnenden und verwaltenden Struktur, die in den alten Hochkulturen in der Regel durch einen Machthaber — sei er König, Kaiser oder Pharao — repräsentiert und geführt wurde. In Ägypten regierte schon frühzeitig der Pharao als gottgleicher Alleinherrscher. Das chinesische Reich dagegen wurde vor den ersten Kaisern lange Zeit von einem weit verzweigten Netzwerk von Adelsfamilien beherrscht. Diese demonstrierten ihre Macht und ihren Wohlstand durch abstrakte Symbole und nicht wie in Ägypten durch Darstellungen des Herrschers. Durch die Gegenüberstellung der Repräsentationsformen werden die unterschiedlichen Herrschaftsstrukturen erfahrbar.


Die letzten Wochen vor der Eröffnung waren durch den Aufbau in den Räumen der Dauerausstellung des Museums gekennzeichnet. Bereits bei der Planung stand bald fest, dass die Umsetzung des Konzeptes eine große Herausforderung wird. Das Neue Museum ist ein denkmalgeschütztes Gebäude, in dem man weder die Wände noch den Fußboden nutzen darf um Vitrinen, Texte oder ähnliches zu befestigen oder zu installieren. Außerdem mussten im Vorfeld die Bestandsvitrinen mit den Objekten aus der Dauerausstellung geräumt werden um Platz für die neuen Objekte zu schaffen.
Die zweite Herausforderung bestand darin, die Exponate aus China und Ägypten innerhalb der großen Vitrinen visuell unterschiedlich zu präsentieren, so dass eine Zuordnung der Objekte zu den Kulturen für den Besucher eindeutig ist. In Zusammenarbeit mit der Architektin Anna Hollstein wurde schnell klar, dass eine Trennung beider Kulturen nur durch Farben erzielt werden konnte: rot für China, schwarzbraun für Ägypten und gold als verbindendes Element. Dieses Farbkonzept wird im Griechischen Hof durch eine beeindruckende Bänder- und Vitrineninstallation dem Besucher näher gebracht und setzt sich in den Ausstellungsräumen fort.

Das Projekt „China & Ägypten“ entstand durch eine Kooperation, die die Staatlichen Museen zu Berlin mit dem Shanghai Museum im Jahr 2014 eingegangen sind, und die eine längerfristige Zusammenarbeit und weitere Projekte zwischen beiden Institutionen zum Ziel hat. Die Ausstellung wird großzügig gefördert durch die Sparkassen-Finanzgruppe, Hauptförderer der Staatlichen Museen zu Berlin und sie wird vor allem unterstützt durch den Verein zur Förderung des Ägyptischen Museums Berlin e.V. und dessen Kuratorium sowie Museum & Location.

Doch ohne die tatkräftige Unterstützung der Mitarbeiter des Museums, der verschiedenen Gewerke und der zahlreichen helfenden Hände, wäre diese Ausstellung so nicht möglich gewesen. Unser Dank geht an alle, die zum Gelingen der Ausstellung beigetragen haben, und vor allem an die Restauratorinnen Iris Hertel, Nina Loschwitz, Pia Lehmann, Kathleene Kerth, Myriam Krutzsch, an die Depotverwalterin Anne Schorneck und den Depotverwalter Frank Marohn.

Friederike Seyfried und Mariana Jung

Address:
Neues Museum | Museumsinsel
Opening Hours:
Mon, Tue, Wed, Fri, Sat, Sun 10am - 6pm
Thu 10am - 8pm
 

Berlin / Germany
ONE GOD - Abraham's Legacy on the Nile.
Jews, Christians, and Muslims in Egypt from Antiquity until the Middle Ages

The exhibition is the result of a collaboration between three SMB collections: Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Museum für Islamische Kunst, and Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst. It is supported by the Federal Commissioner for Culture and the Media, the Sawiris Foundation for Social Development, the Kulturstiftung der Länder (Germany's version of the Arts Council), and the Federal Cultural Foundation's International Museum Fellowship programme. Additional support has come from Museum & Location, the Verein zur Förderung des Ägyptischen Museums Berlin e.V., the Ernst von Siemens Kunststiftung, Mercedes Benz, the Brigitte und Martin Krause Foundation, and the Kaiser Friedrich-Museums-Verein. It has been produced in association with rbb TV.
02.04.2015 - 31.12.2016
Address:
Bode Museum | Museums Island Berlin
Opening Hours:
Tue, Wed, Fri, Sat, Sun 10am - 6pm
Thu 10am - 8pm
Miscellaneous:
Further information
 

Iphofen / Germany
Alltag - Luxus - Schutz. Schmuck im Alten Ägypten
Eine Sonderausstellung im Knauf-Museum, Iphofen.

Knauf-Museum Iphofen
13 March, 2016 till 06 November, 2016


Zu den faszinierendsten Gegenständen der altägyptischen Alltagskultur sowie der Grabausstattung gehören zweifellos die zahlreichen, oft aufwendig gearbeiteten Schmuckstücke, deren Materialfülle und Formenreichtum beeindrucken: schlichte, in verschiedenen Blau-, Grün-, Gelb- und Rottönen changierende Fayenceketten, fein geschliffene bunte Halbedelstein-Perlen, zierliche Armreife und filigrane Ohrringe aus Edelmetall sowie die gesamte Göttervielfalt abbildende Amulette.
Das Ägyptische Museum Berlin besitzt eine Vielzahl unterschiedlicher Schmuckstücke aus allen Epochen der ägyptischen Geschichte, die aber aus konservatorischen Gründen selten in der Dauerausstellung gezeigt werden. Daher wurde eine Sonderausstellung konzipiert, die zunächst 2014/15 im Neuen Museum präsentiert wurde. Wegen des großen Erfolges zeigt das Ägyptische Museum diese Ausstellung nun in erweitertem Format auf einer Fläche von 400 qm und mit mehr als 500 Exponaten im Knauf-Museum im fränkischen Iphofen (bei Würzburg). Das Ägyptische Museum war in den letzten beiden Jahrzehnten häufig im Knauf-Museum zu Gast und konnte dort sehr erfolgreiche Ausstellungen zeigen. Durch großzügige finanzielle Unterstützung der Familie Knauf konnten in dieser Zeit zahlreiche Restaurierungsprojekte durchgeführt werden. Zuletzt wurde in diesem Rahmen die Restaurierung und Rekonstruktion eines Halskragens aus der Amarna-Zeit (ÄM 37607) (1351-1334v. Chr.) durchgeführt, der nun in der Sonderausstellung präsentiert wird.


Die Ausstellung in Iphofen gibt einen fundierten Überblick über die Schmuckvielfalt im alten Ägypten, die verwendeten Materialien, Herstellung und Bedeutung von Schmuck. Neben einfachen Ketten, die auch von niederen Bevölkerungsschichten getragen wurden, werden kostbare Ketten, Armbänder, Ringe und Perückenschmuck gezeigt, die einen Eindruck von dem Reichtum der Oberschicht vermitteln.





Schmuck hatte jedoch nicht nur dekorativen Charakter sondern besaß auch eine magisch-religiöse Bedeutung und sollte seine Träger vor Unheil, Krankheit und bösen Dämonen schützen. Daher trugen Männer, Frauen und Kinder aller Altersstufen und Gesellschaftsschichten ein oder mehrere Schutzamulette, deren Formenvielfalt von abstrakten Anhängern über charakteristische Symbole bis hin zu Götterfiguren in Mensch-, Tier- und Mischgestalt reicht.

Die Ausstellung, die noch bis zum 6. November gezeigt wird, lädt dazu ein, sich intensiv und in allen Facetten einem Thema zu widmen, das in dieser Vielfalt nur selten präsentiert wird.

Address:
Knauf-Museum Iphofen
Am Marktplatz, 97343 Iphofen
Tel.: 09323/31-528 oder 31-0
www.knauf-museum.de
Opening Hours:
Tue, Wed, Thu, Fri, Sat 10am - 5pm
Sun 11am - 5pm
Mon closed
Fees Special Exhibition:
Adults: 4 Euro; Children: 2 Euro
Groups with more than 20 persons / per person 3,00 Euro
Audioguide: 1 Euro

Members of the Fördervereins des Ägyptischen Museums Berlin e.V. get free entry if they can present their membership card!
Publication:
Die Begleitpublikation zur Ausstellung kann sowohl im Knauf-Museum Iphofen als auch im Neuen Museum Berlin erworben oder über den Förderverein bezogen werden (zzgl. Versandkosten).
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