Tempeltor von Kalabscha
Römische Zeit, um 20
v. Chr.
Nubischer Sandstein,
Höhe 6,90 m
Kalabscha
Geschenk der Arabischen Republik Ägypten an die Bundesrepublik Deutschland
1963 wurden in einer
UNESCO-Rettungsaktion zahlreiche Tempel in Nubien vor den Fluten des Assuan-Staudamms gerettet, indem sie Stein für Stein abgetragen und an höher gelegenen Plätzen wieder errichtet wurden. Dabei entdeckten deutsche Konstrukteure und Archäologen im Fundament des Vorhofes des Kalabschatempels mehr als 100 Reliefblöcke, die sich zu einem Tor zusammenfügen ließen, welches ursprünglich zum Tempelbau gehört hatte. Die Reliefs zeigen den römischen Kaiser Augustus in pharaonischer Tracht, vor ägyptischen Göttern opfernd. Der spätere Tempelbau wurde ebenfalls unter Augustus errichtet, so daß dieses Tor nur wenige Jahre aufrecht gestanden haben kann.
Die Technik des erhabenen Reliefs, bei der die Figuren und Hieroglyphen aus der glatten Rückwand nach oben treten, ermöglicht eine feine, plastisch wirkende Modellierung der Körperteile. Im Gegensatz zu den sehr schlanken, athletischen Figuren der dynastischen Zeit Ägyptens (3000 - 332
v. Chr.) sind die hier dargestellten Personen vollschlank, dickhalsig und pausbäckig.
Zehn Jahre nach ihrer Entdeckung schenkte Ägypten diese Blöcke der Bundesrepublik Deutschland, die im Berliner Ägyptischen Museum in Charlottenburg einen würdigen Ausstellungsort dafür fand.
Das Tor verblieb nach Schließung der Dauerausstellung in Charlottenburg und wird Mitte 2008 wieder zu sehen sein, wenn das Gebäude mit einer neuen Dauerausstellung mit Exponaten klassischer moderner Grafik wiedereröffnet wird.