Eine lückenlose Abfolge von Keramik umspannt den Zeitraum vom 5. Jahrtausend
v. Chr. bis in die frühchristliche Epoche im Nordsudan. Die Semna-Stele (um 1870
v. Chr.) steht für den ägyptischen Kolonialismus in Nubien, die Nastasen-Stele (327
v. Chr.) für das selbständige Königreich von Napata. Der Altar von Wad Ban Naga und der in der Schatzkammer ausgestellte Goldschmuck der Königin Amanishakheto (1. Jh.
n. Chr.) sind einzigartige Zeugnisse des Königreichs von Meroe.
Aus einem 2004-2008 ausgegrabenen Tempel des 1. Jahrhunderts
n. Chr. in Naga sind drei Wandabschnitte als langfristige Leihgaben des Sudan nach Berlin gelangt. Die Relieffiguren der Göttin Isis mit Flügelarmen und afrikanisch geprägtem Gesicht, einer männlichen Gottheit und der Göttin Amesemi, die abgehackte Hände von Feinden als Trophäe trägt, sowie des löwenköpfigen Gottes Apedemak verbinden Darstellungsprinzipien der ägyptischen Kunst mit Motiven und Stilelementen des Reiches von Meroe. Die Tempelreliefs aus Naga sind nicht nur historisch und künstlerisch von Bedeutung, sondern stellen auch ein außergewöhnliches Zeichen kulturpolitischer Kooperation dar.