Ägyptisches Museum und Papyrussammlung Berlin

Sammlung:

 

Ägyptologie, Ägyptomanie

 
Die von Richard Lepsius geleitete preußische Expedition (1842-1845) liefert die bis heute umfangreichste wissenschaftliche Dokumentation der Altertümer Ägyptens und des Sudan. Die Grabungen der Deutschen Orientgesellschaft in Abusir und Amarna, finanziert von dem großen Mäzen James Simon, sind grundlegend für die Kenntnis des Alten Reiches und der Amarnazeit. Die Grabungen des Ägyptischen Museums in Naga im Sudan (seit 1995) setzen diese Tradition fort.

Von allen Expeditionen sind durch Schenkungen und Fundteilungen umfangreiche Bestände an Originalobjekten ins Ägyptische Museum Berlin gelangt. Das antike Griechenland blickte mit Bewunderung auf das Land am Nil und sah dort den Ursprung der Kultur. Im kaiserzeitlichen Rom erfreuten sich ägyptische Religion und ägyptische Kunst großer Beliebtheit. Ägyptische Denkmäler in Rom, vor allem die Obelisken, geben seit der Renaissance den Anstoß zur Wiederentdeckung des alten Ägypten. Der deutsche Gelehrte Athanasius Kircher unternimmt im 17. Jahrhundert anhand römischer Aegyptiaca erste Versuche, die Hieroglyphen zu entziffern. Durch Bonapartes Expedition nach Ägypten erhält um 1800 die Ägypten-Begeisterung in Europa neue Nahrung. Ägyptisierendes Kunsthandwerk findet sich auch in der Produktion der Königlichen Preußischen Manufaktur. Erst mit der Entzifferung der Hieroglyphen durch J. F. Champollion 1822, die durch den Berliner Richard Lepsius vollendet wird, beginnt die wissenschaftlich betriebene Ägyptologie, die in Berlin an den Hochschulen, der Akademie und am Museum ein weltweit einzigartiges Zentrum hat.
Last updates: text (09.03.10), pictures (06.02.10)
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