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Von 1911-1914 hatte die Deutsche Orientgesellschaft (
DOG) eine Grabungskonzession für den südlichen Bereich des antiken Stadtareals von Achet-Aton bei der heutigen Stadt Amarna. Achet-Aton war die Hauptstadt Ägyptens während der Regierungszeit von Echnaton und Nofretete. In diesem Bereich befanden sich mehrere Künstlerwerkstätten, eine davon - die des Bildhauers Thutmosis - barg in einem Raum zahlreiche Modellbüsten, die als Vorbilder für Statuen dienen sollten. In diesem Haus, P 47,2 - Raum 19, wurde am 6. Dezember 1912 auch die Büste der Nofretete gefunden. Unter Aufsicht des Grabungsleiters Ludwig Borchardt und seines Assistenten Hermann Ranke wurde die nur leicht beschädigte Büste geborgen.
Die Büste besteht aus einem Kalksteinkern, der mit Gips nachmodelliert wurde, um die erste Version zu verbessern. Das linke Auge war vermutlich nie eingesetzt gewesen, dies sollte den Arbeitsprozeß dokumentieren. Auch die glatte Abarbeitung der Schultern und der Unterseite sprechen für ein Bildhauermodell. Da keine Statuen existieren, die Nofretete genau in dieser Ausmodellierung zeigen, ist es wahrscheinlich, daß die Büste kurz vor ihrem Tod angefertigt wurde. Obwohl sie zu diesem Zeitpunkt erst knapp dreißig Jahre alt gewesen sein kann, weisen die Falten unter den Augen und an den Mundwinkeln auf ein bewegtes Leben hin.
Aufgrund ihrer gut erhaltenen Farbigkeit und der feinen Modellierung des Gesichtes zählt sie zu den erstrangigen Bildwerken Altägyptens. Die individuellen Gesichtszüge und die besondere Form der Blauen Krone weisen eindeutig auf Nofretete als Dargestellte hin.
Nofretete war die Hauptgemahlin des Königs Amenophis IV./Echnaton, der von 1353 bis 1336
v. Chr. Ägypten regierte. Amenophis IV. wendet sich in seinen ersten Regierungsjahren einem neuen Glauben zu, der Verehrung des einzigen Gottes Aton (ägypt. jtn = "die Sonnenscheibe"). Er nimmt den Namen Echnaton an ("dem Aton wohlgefällig") und läßt eine neue Residenzstadt in Mittelägypten errichten, Achet-Aton ("Horizont des Aton"). Dorthin zieht er mit Nofretete, beide haben sechs Töchter, von denen die älteste, Merit-Aton, mit dem direkten Nachfolger Echnatons, Semenchkare, verheiratet ist, die drittälteste, Anch-es-en-pa-Aton mit Tutanchamun.
Nofretete erscheint in zahlreichen Reliefdarstellungen zusammen mit ihrem Mann, auch einige rundplastische Bildwerke von ihr sind erhalten. Die Büste von ihr zeigt sie als reife Frau im Stil der Spätamarna-Phase, die das Karikaturhafte der frühen Phase aufgegeben hat und zu einem gemäßigten, sehr realistisch-porträthaften Stil zurückkehrt ist.
Von den rund 80.000 Objekten des Ägyptischen Museums und Papyrussammlung werden in der Dauerausstellung ca. 800 Exponate auf 1200 m2 präsentiert.
Der Hauptschwerpunkt der Berliner ägyptischen Sammlung liegt auf den Kunstwerken der Amarna-Epoche (1360-1335
v. Chr.). Der größte Teil der Objekte wurde bei den Ausgrabungen der Deutschen Orientgesellschaft 1911-1914 entdeckt.
Grabungen an den Pyramidenanlagen der Könige der 5. Dynastie (2500-2350
v. Chr.) in Abusir Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts brachten große Reliefzyklen zutage, die bei der Neuaufstellung der Sammlung im Neuen Museum erstmals vollständig präsentiert werden.
Darüberhinaus besitzt das Museum drei vollständige Grabkammern, zahlreiche Holz- und Steinsärge und einen repräsentativen Auswahl an Skulpturen aus allen Epochen der ägyptischen Geschichte.
Der einmalige und umfangreiche Bestand der Papyrussammlung, von dem nur ein kleiner Teil ausgestellt werden kann, ist weltberühmt.
Die Ausstellung gliedert sich in drei Hauptbereiche: Skulptur (im Ostflügel), Kunst der Amarna-Zeit (im Nordflügel), Kulturgeschichte (im Nord- und Westflügel).
Der Rundgang beginnt im Ostflügel, in dem verschiedene altägyptische Statuenformen typologisch geordnet gezeigt werden
Die ersten Räume des Nordflügels sind der Kunst der Amarna-Zeit (1360-1335
v. Chr.) gewidmet. Im Zentrum der Ausstellung steht die Büste der Königin Nofretete, die schon von der Treppe durch die Rotunde im Mittelsaal der Nordgalerie zu sehen ist.
An die Amarna-Epoche schließt sich der dritte Ausstellungsteil, die Kulturgeschichte, an. Beginnend bei der Bildhauerwerkstatt wird in Großraumvitrinen altägyptisches Leben an zahlreichen Originalobjekten erfahrbar. Der südliche Nachbarn Ägyptens, der antike Sudan, ist mit Reliefs, Keramik und dem Goldschatz der Königin Amanishakheto vertreten.
Im Westflügel setzt sich die Kulturgeschichte mit den Themenbereichen Papyrussammlung, Jenseits- und Götterwelt fort.
Neben dem berühmtesten Werk der ägyptischen Sammlung, der
Nofretete-Büste, ist vor allem der kleine, aus Eibenholz gefertigte
Porträtkopf der Königin Teje, Mutter des Königs Echnaton und Schwiegermutter von Nofretete, sehenswert. Ein weiteres Hauptwerk ist der sehr realistisch gearbeitete sogenannte
"Berliner Grüne Kopf", der einen Priester aus dem Ende der Spätzeit (um 350
v. Chr.) zeigt. Die privaten und königlichen
Gipsmasken sind herausragende Beispiele des Kunstschaffens der Amarna-Zeit.
In der Papyrusabteilung sind die bekanntesten Literaturwerke Altägyptens ausgestellt: "Die Klagen des Bauern", die "Lebensgeschichte des Sinuhe" und "Die Märchenerzählungen am Hofe des Königs Cheops", daneben ein Papyrus mit der Handschrift der Königin Kleopatra VII.
Bemalte Architekturteile aus dem Grab des Königs Sethos I. und die überlebensgroßen Skulpturen des Königs Amenemhet III. und der Göttin Sachmet sind Beispiele für die ägyptische Monumentalplastik.
Für einen Rundgang sollte man 1 1/2 bis 2 Stunden einplanen.
Für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Personen besteht die Möglichkeit, den Aufzug beim Diensteingang zu nutzen. Der Diensteingang befindet sich an der rechten Seite des Alten Museums (Straße Am Lustgarten) und ist mit "Direktion Antikensammlung" gekennzeichnet.
Die Ausstellungsräume sind barrierefrei.
Gehbehinderte Personen können an der Kasse einen Klapphocker erhalten.
In der Ausstellung stehen sieben Originalobjekte, die von Blinden oder stark Sehbehinderten berührt werden dürfen. Bei Bedarf wenden Sie sich bitte an die Aufsichtskräfte.
Seit 1999 gehören die fünf Museumsbauten auf der Museumsinsel in Berlin-Mitte zum Unesco Weltkulturerbe. Für die Sanierung der von 1830 bis 1930 errichteten Gebäude Altes Museum, Neues Museum, Alte Nationalgalerie, Bode-Museum (ehemals Kaiser-Friedrich-Museum) und Pergamonmuseum hat der Stiftungsrat 1999 ein Sanierungskonzept, den sogenannten Masterplan beschlossen. Ende 2001 wurde die Alte Nationalgalerie als erstes generalsaniertes Gebäude der Museumsinsel dem Publikum eröffnet. Im Herbst 2006 folgt die Wiedereröffnung des Bode-Museums, 2009 wird das Neue Museum den Besuchern zur Verfügung stehen.
Weitere Informationen unter:
www.hv.spk-berlin.de (Stichwort Projekte - Museumsinsel)
Wir können Ihnen eine Einschätzung über die Echtheit des Objektes und sein Alter geben, stellen aber keine Gutachten aus. Dieser Service ist bei privaten Anfragen kostenlos.
Für eine Beurteilung benötigen wir gute Fotos des Objektes von allen Seiten oder das Originalobjekt. Die Fotos können Sie per e-mail oder Post versenden:
aemp@smb.spk-berlin.de oder Ägyptisches Museum und Papyrussammlung, Bodestraße 1-3, 10178 Berlin.
Falls Sie mit dem Objekt persönlich vorbeikommen möchten, vereinbaren Sie bitte einen Termin unter der Tel.-Nr.: 030 / 20 90 51 01.
Sie erhalten Poster, Postkarten, Schmuck, Spiele, Publikationen, Schreibartikel und ähnliches im Wasmuth-Museumsshop im Obergeschoß des Alten Museums (Ausgangsbereich Ägyptisches Museum). Der Shop-Bereich ist auch ohne Eintrittskarte zugänglich und ist täglich von 10-18 Uhr, donnerstags von 10-21.45 Uhr geöffnet.
Telefonische Bestellungen werden in derselben Zeit gerne entgegen genommen unter der Tel.-Nr.: 030 / 20 67 48 30
Wir haben eine Präsenzbibliothek, die nach vorheriger Anmeldung genutzt werden kann:
v.lepper@smb.spk-berlin.de
Tel.: 030 / 20 90 51 10
Nach Verfügbarkeit ist die Bereitstellung von s/w-Fotos und Digitalfotos der Objekte unseres Museums für wissenschaftliche Zwecke kostenlos. Neuanfertigungen von Fotos werden in Rechnung gestellt und nach Vorauskasse an den Besteller übersandt.
Wenden Sie sich bitte an das Bildarchiv:
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