Büste der Königin Nofretete
Neues Reich, 18. Dynastie, um 1340
v. Chr.,
Kalkstein, Gips, Bergkristall, Wachs,
Höhe 50 cm,
Amarna,
Inv.-Nr. 21300
Aufgrund ihrer gut erhaltenen Farbigkeit und der feinen Modellierung des Gesichtes zählt diese Büste zu den erstrangigen Bildwerken Altägyptens. Sie wurde 1912 bei Ausgrabungen der Deutschen Orientgesellschaft in der Residenzstadt Achet-Aton (heute Amarna) gefunden. Die individuellen Gesichtszüge und die besondere Form der Blauen Krone weisen eindeutig auf Nofretete als Dargestellte hin. Zusammen mit zahlreichen anderen Modellköpfen, die in der Werkstatt des Thutmosis aufgestellt waren, diente sie den Künstlern als Vorbild für Statuen der Königin. Im Stil der Spätamarnaphase gehalten, zeigt sie nicht mehr die karikaturhaft überzeichneten Züge, sondern eine harmonische Gesichtsstruktur. Sie ist nicht als junges Mädchen dargestellt, sondern als gereifte Frau, deren Schönheit gerade durch die zarten Falten unter den Augen und im Kinnbereich, sowie die leicht eingefallen Wangen besonders zur Geltung kommt.
Die Büste besteht aus einem Kalksteinkern, der mit Gips nachmodelliert wurde, Schultern und Unterseite sind glatt abgearbeitet. Das rechte Auge hat eine Einlage aus Bergkristall, die mit schwarz gefärbtem Wachs (Pupille) eingeklebt ist. Das linke Auge war nie eingesetzt worden, weil man verschiedene Stadien des Arbeitsprozesses dokumentieren wollte.