Society for the Promotion of the Egyptian Museum Berlin

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Reports Chronological (text sometimes only in German)

Aug. 2005: Masterplan: Farwell and Return

Vierzehn Millionen Besucher sind in den 37 Jahren, die seit der Eröffnung des Ägyptischen Museums in Charlottenburg vergangen sind, über die Schwelle des Östlichen Stülerbaus gegangen. Am 1. März 2005 wird um 18 Uhr die Tür hinter dem letzten Besucher geschlossen...

Der Abschied von Charlottenburg beschließt eine Erfolgsgeschichte, die mit den Namen von Werner Kaiser, Joachim Karig und Jürgen Settgast verbunden ist. Ihren Ursprung hat sie in der Teilung Berlins, die auch die Trennung der Museen in Ost und West mit sich brachte. Im Bode-Museum war schon 1957 der von der Roten Armee nach Moskau und Leningrad verbrachte und nach Berlin zurückgekehrte Bestand als Ägyptisches Museum der Staatlichen Museen zu Berlin - Hauptstadt der DDR der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Die von den Westalliierten in die Central Collecting Points nach Celle und Wiesbaden abtransportierten Objekte kamen in den fünfziger Jahren nach Westberlin. In der Jebensstraße am Bahnhof Zoo sichteten Werner Kaiser und Joachim Karig den Bestand und entwickelten ein Ausstellungskonzept, das 1967 als Ägyptisches Museum der Staatlichen Museen Preußischer Kulturbesitz im Östlichen Stülerbau gegenüber dem Charlottenburger Schloß eröffnet wurde.

Als Gründungsdirektor hat Werner Kaiser 'sein' Museum nur noch am Eröffnungstag erlebt, denn er war bereits zum Direktor des Deutschen Archäologischen Instituts Kairo berufen worden. Sein Nachfolger Jürgen Settgast hat das Museum in den folgenden zwei Jahrzehnten auf einen außergewöhnlichen Erfolgskurs geführt. Der Marstall und die Remise wurden als Ausstellungs- und Veranstaltungsflächen dazu gewonnen; spektakuläre Inszenierungen von Sonderausstellungen - allen voran Tutanchamun - lösten in Berlin ein Ägypten-Fieber aus und machten den Verein zur Förderung des Ägyptischen Museums Berlin-Charlottenburg zum größten Förderverein in Berlin. Der Stellenwert des Ägyptischen Museums in der Öffentlichkeit war ein Kriterium für die Entscheidung, das Kalabscha- Tor als Geschenk Ägyptens an die Bundesrepublik in Berlin aufzustellen. Monumental wie das Tor ist die Sahure-Halle, die auf Initiative des Fördervereins errichtet wurde. Lang und gewichtig ist die Liste der Neuerwerbungen, die in diesen Jahrzehnten aus Mitteln der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und des Fördervereins getätigt werden konnten.

1995 bot sich erstmals seit einem halben Jahrhundert wieder ein Blick auf den ganzen Reichtum des Ägyptischen Museums Berlin, als - bedingt durch die Generalsanierung der Museumsinsel - die Bestände aus dem Bode-Museum nach Charlottenburg verlagert wurden. Der Marstall verwandelte sich in einen weltweit einzigartigen AmarnaSaal, das Obergeschoss des Stülerbaus in eine außergewöhnliche Skulpturen-Galerie, die Sahure-Halle in einen feierlichen Raum der Ewigkeit.

Die Wiedervereinigung der beiden Museumsteile und die wachsenden Besucherzahlen zeigten bald die Grenzen der Belastbarkeit der Ausstellungsräume in Charlottenburg, während die fortbestehende Zweiteilung der Infrastruktur - Verwaltung, Bibliothek, Magazine, Restaurierung - auf Charlottenburg und Museumsinsel eine zeitraubende Behinderung der Alltagsarbeit blieb. Eine Ertüchtigung der Charlottenburger Räume - Erneuerung der Sanitäranlagen, Austausch des Beleuchtungssystems, Einbau einer bislang fehlenden Klimatisierung, Erweiterung der Ausstellungsfläche - für den Zeitraum bis zur Rückkehr in die historischen Räume im Neuen Museum Ende 2009 konnte aus Kostengründen, aber auch unter museumspolitischen Aspekten keine Lösung sein.

Mit der Verfügbarkeit des Obergeschosses des Alten Museums am Lustgarten ab Anfang 2005 bietet sich eine Perspektive, die unter verschiedenen Aspekten überzeugt. Das Kuratorium Museumsinsel, in dem sich führende deutsche Großunternehmen zusammengeschlossen haben, um den Wiederaufbau der Museumsinsel zu unterstützen, sieht in der baldigen Rückkehr Altägyptens in den Kreis der antiken Kulturen auf der Museumsinsel ein kulturpolitisch wichtiges Zeichen und hat sich bereit erklärt, die gesamten Kosten fiir die Renovierung der Räume im Alten Museum, die Neueinrichtung der Ausstellung und den Umzug zu tragen. Auf einer Ausstellungsfläche, die mit 1300 Quadratmeter der derzeitigen Ausstellung in Charlottenburg entspricht, wird konzeptionell und gestalterisch die künftige Dauerausstellung im Neuen Museum entwickelt und perfektioniert. Der Wechsel vom reinen Kunstlicht in Charlottenburg zum Tageslicht, die Präsentation in hohen, weiten Räumen, die Entwicklung neuer inhaltlicher Konzepte wird die von Charlottenburg her so vertrauten Kunstwerke im wörtlichen und im übertragenen Sinn in neuem Licht erscheinen lassen, das kritisch zu beurteilen und zu modifizieren an diesem nicht endgültigen Ort im Lauf der nächsten vier Jahre nicht nur möglich, sondern beabsichtigt ist. Sicherheits-, Klima- und Beleuchtungstechnik werden erstmals zeitgemäße Standards erfüllen. Schließlich werden der Eingangsbereich mit Kasse, Garderobe, Audioführung und Information sowie der Museumsbuchladen am Ende des Rundgangs über groß dimensionierte Flächen verfügen.

Am 3. August 2005 feiern die Staatlichen Museen zu Berlin ihr 175-jähriges Bestehen. Das zentrale Ereignis dieses Festtages ist die Rückkehr des Ägyptischen Museums auf die Museumsinsel.

Nach knapp vier Jahren wird das Ägyptische Museum an seine historische Stätte im Neuen Museum zurückkehren. Am 16. Oktober 2009 soll die Eröffnung gefeiert werden.

Dietrich Wildung
(Artikel der Mitgliederzeitschrift aMun)

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